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Das Schloss brennt! Eine Seite aus dem Braunschweig-Comic "Echo der Zeit"

Lokales 06. Dezember 2025 | Seite 16

Zeitreise zu prägenden Momenten der Stadtgeschichte

Christoph Borek will mit dem Comic „Echo der Zeit“ Historisches in Braunschweig erlebbar machen. Illustrator ist Tobi Wagner.

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Braunschweig Wenn Christoph Borek eine Zeitreise machen könnte, würde er sich gern in die Zeit seines Großvaters zurückversetzen lassen, in die 1950er-Jahre. „Oder, wenn man ganz verrückt ist, in das Jahr 2245. Denn dann könnte ich sehen, wie sich Braunschweig und die Welt verändert und weiterentwickelt haben.“ Genau in diesem Jahr in der Zukunft spielt der Geschichts-Comic „Echo der Zeit – Zwischen Legende und Wirklichkeit.“ Das Buch erscheint an diesem Samstag und wird von der Stiftung „manyFaces“, die Christoph Borek 2021 gegründet hat, herausgegeben. Mit dem Projekt will der Braunschweiger „Geschichte zum Leben erwecken und eine Brücke zwischen Alt und Jung schlagen“.

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Seine eigene Begeisterung für die Spuren der Vergangenheit ist quasi der Grundstein für das Projekt: „Ich liebe Geschichte. In der Schule war das allerdings nicht so, denn ich mochte nicht, wie sie erzählt wurde. Geschichtsbücher sind oft trocken und nicht lebendig.“ Das Gegenteil wolle er mit dem Comic „Echo der Zeit“ erreichen – er soll fesseln, neugierig machen und im besten Fall die Leser motivieren, weiter zu forschen, was Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbindet. Das Format „Comic“ habe schnell festgestanden, so der Ideengeber: „Die ältere Generation liest. Die jüngere Generation sieht. Die Zwischen-Generation macht beides.“

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Auf rund 80 Seiten nimmt Ideengeber Christoph Borek die Leser mit auf ein Zeitreise-Abenteuer. Kurz erzählt: Till, Doktorand der Geschichte, entwickelt bei seinen Forschungen die Vermutung, dass wertvolle Informationen vergangener Zeiten verschollen und bislang unentdeckt sein könnten. Zusammen mit der Wissenschaftlerin Leonie begibt er sich auf eine Zeitreise durch neun Epochen. Markante Ereignisse sind etwa die „Geburt der Stadt“ im Jahr 1031 und der „Glanz der Hansestadt“ im Jahr 1470. Aber auch der Brand des Residenzschlosses 1865, der Beginn der Diktatur und die Nachkriegszeit sind wichtige Stationen auf der Zeitreise. Till und Leonie erleben prägende Momente der Stadtgeschichte – dabei bewegen sie sich auf einem schmalen Grat zwischen Legende und Wirklichkeit.

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Illustrator Tobi Wagner hat die Comic-Charaktere mit Leben gefüllt und auf Grundlage der „vielen Seiten“, die Christoph Borek als Geschichte aufgeschrieben hatte, Dialoge entwickelt. Vor etwa drei Jahren sei die Idee für das Comic-Projekt entstanden und Christoph Borek habe lange nach einem Partner gesucht, der es mit ihm realisiert. Grafiker und Illustrator Tobi Wagner sei die „perfekte Symbiose“ zwischen seiner Vision und dem jetzt fertigen Buch gewesen: „Er ist nicht nur Illustrator und Dialogschreiber – er ist Teil des großen Ganzen.“

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Weitere Unterstützung und fachliche Expertise habe er sich von Henning Steinführer, Leiter des Referats Stadtarchiv, geholt: „Er hat das Buch auf Herz und Nieren geprüft, was die historischen Fakten angeht.“ Als einen weiteren Fachmann habe er den Bauhistoriker Elmar Arnhold in das Projekt eingebunden, beispielsweise, um die Darstellung nicht mehr existierender Gebäude zu prüfen.

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Entstanden ist ein Buch, dem historische Fakten zugrundeliegend, verpackt in eine fiktive Geschichte. Für Christoph Borek hat genau diese Mischung das Potenzial für erlebbare Geschichte – etwas, das man in die Hand nimmt, statt es im Regal zu vergessen. Er wirbt: „Braunschweig ist so ein spannender Ort – so vielfältig.“ Jedes Viertel erzähle eigene Geschichten. Dass insbesondere Kinder einen Zugang zu ihnen finden, sei ihm ein wichtiges Anliegen: „Mein Wunsch ist es, das Buch in vielen Schulen zu etablieren, die daran Interesse haben.“ Lehrkräfte könnten sich direkt an die Stiftung wenden.​

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